Unsere wahre Natur
Im Sein, das wir sind, gibt es keine Abwehr und keine Trennung.
Alles ist Licht, alles ist Eins – vollkommen durchdrungen von der Gegenwart Gottes.
Und genau das ist unsere wahre Natur.
Wie der Schleier der Trennung wirkt
Doch im menschlichen Erleben geschieht etwas anderes:
Wir schauen aus der Erfahrung der Trennung heraus.
Wie durch einen Schleier nehmen wir die Welt wahr –
getrennt in „ich“ und „du“, in richtig und falsch, in Täter und Opfer.
Aus dieser Sichtweise entstehen Muster, Abwehr und Projektion.
Sie zeigen sich als blinde Flecken: Stellen, an denen wir uns selbst
nicht erkennen und die Verantwortung ins Außen verlagern.
Schnell suchen wir den Grund beim anderen:
„Er muss doch erkennen… sie muss doch verstehen… er muss sich entschuldigen.“
Die Verantwortung liegt in mir
Doch die Wahrheit ist:
Kein anderer Mensch kann meinen blinden Fleck für mich lösen.
Niemand muss mich bestätigen, verstehen oder rechtfertigen.
Es ist mein eigener innerer Weg, meine Verantwortung, meine Demut.
Beziehung als Spiegel
Gerade in Beziehungen zeigt sich das deutlich:
Wenn der andere uns mit Anklagen, Vorwürfen oder Projektionen begegnet, fühlen wir uns oft schuldig, nicht bewusst genug, fehlerhaft.
Ein innerer Stress entsteht – und der Wunsch, dem anderen unbedingt zu zeigen: „Ich bin unschuldig.“
Stimmen der Wahrheit
„Was ich im anderen anklage, ist das, was ich in mir nicht sehen will.“
„Was siehst du aber den Splitter im Auge deines Bruders und nimmst nicht wahr den Balken in deinem eigenen Auge?“ (Jesus – Mt 7,3)
„Willst du Recht haben oder Frieden?“ – Ein Kurs in Wundern
Alles, was mir entgegengebracht wird, gehört in Wahrheit zum Prozess des anderen.
Meine Aufgabe ist es, bei mir zu bleiben, meine eigenen Gefühle zu spüren – und die Verantwortung für die Schuldzuweisungen dorthin zurückzugeben, wo sie entstanden sind.
Die Freiheit, nicht mitzuspielen
Und genau hier liegt die Freiheit: nicht mehr mitspielen, sondern den Konflikt aushalten – und dabei bei dir bleiben.
Das ist kraftvoll, denn: Im Aushalten zerfällt die Illusion, dass du die Verbindung verlierst.
Du bleibst in dir – und damit verbunden mit dem, was wirklich trägt.
Der innere Weg
Wahrer Wandel geschieht erst, wenn ich die Projektionen zurücknehme und bereit bin, in Stille auf mich selbst zu schauen.
Nicht der andere muss etwas tun, sondern ich bin eingeladen, mein Herz zu öffnen und die eigenen Schatten ins Licht zu lassen.
Demut öffnet ins Licht
Demut bedeutet:
Ich erkenne, dass alles, was ich im anderen bekämpfe, in mir selbst nach Heilung ruft.
Ich warte nicht auf Verständnis, nicht auf Entschuldigung, nicht auf Rechtfertigung von außen.
Ich gehe den inneren Weg – jetzt, hier, in mir.
So wird der blinde Fleck zum Tor ins Licht.
Und darin offenbart sich: Das, was ich bin, war nie getrennt – es ist Licht, Liebe, Weite.
Es ist unsere wahre Natur.
Einladung zum Innehalten
Wenn der nächste Konflikt kommt, richte deine Aufmerksamkeit bewusst nach innen.
Zieh den Fokus weg vom anderen und weg vom Problem.
Bleib still, auch wenn es in dir arbeitet.
Spüre einfach, was jetzt da ist – ohne es verändern zu wollen.
Genau in diesem stillen Dasein verliert die Projektion ihre Macht,
und die Wahrheit deines eigenen Lichts wird fühlbar.
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👉 Das Ich und die wahre SeinsNatur
👉 Hingabe – nicht ausgeliefert, sondern gehalten
👉 Der blinde Fleck – Projektionen – Schatten
