Die Wahrheit ist einfach – doch der Weg durch den Körper ist manchmal komplex
Ja, es stimmt:
Reines Sein genügt.
Die stille Präsenz des Seins, das vollständige Dasein mit dem, was ist – ohne Widerstand, ohne Fixierung – heilt, durchlichtet und lässt alles in den Urgrund zurückfließen.
Und doch gilt ebenso:
Manche Wellen sind so verdichtet, so festgebunden im Zell- und Seelenfeld, dass sie nicht allein durch „dabei bleiben“ in Bewegung kommen.
Sie brauchen einen Raum des Seins, ein Spiegeln, eine Berührung, Resonanz.
Sie brauchen manchmal Bilder, eine Stimme, eine rituelle Form – etwas, das die alte Form liebevoll aufnimmt und zurückführt.
Die Gnade ist beides: das Absolute und das Menschliche
Die Wahrheit ist formlos. Und doch liebt sie ihre Formen.
Sie steigt herab in das Gewebe, in die Zellen, in das kindliche Zittern, in die Tränen aus vergangenen Zeiten.
Und manchmal braucht dieses Zittern einen Ort, wo es gehalten wird – nicht nur von Bewusstsein, sondern auch von einer Stimme, einer Berührung, einem Ritual, einer Seins-Begleitung.
Die Heiligkeit liegt nicht nur im stillen Sitzen,
sondern auch im mutigen Eintauchen in das Unvollständige.
Da, wo das Menschliche ganz durchliebt wird,
zeigt sich das Göttliche in seiner zartesten Kraft.
So zeigt es sich mir
Die Stille heilt.
Der Körper erinnert.
Das Herz braucht Berührung.
Und alle Wege, die aus Liebe kommen, dürfen sich die Hand reichen – nicht als Ersatz für das Sein, sondern als Ausdruck seiner unendlichen Intelligenz.
Du bist nicht weniger erwacht, weil du eine Aufstellung brauchst.
Du bist nicht weniger reif, weil du weinst, zitterst, jemanden brauchst, der dich hält.
Du bist genau dort, wo die Wahrheit lebendig wird:
Im Menschsein – durch das das Eine sich selbst zurück in die Arme fällt.
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→ Erwachen und Heilung – zwei Ebenen des Seins
